Geschichte

Am Ende der vierziger Jahre gab es in St.Veit einen sehr aktiven Verschönerungsverein, in dem unter anderem Tischtennis gespielt wurde. Im Rahmen dieser Aktivitäten wurde die Idee geboren, einen Sportverein zu gründen. Erwähnt muss aber auch werden, dass es schon vor dem 2. Weltkrieg einen Fußballverein samt Sportplatz gab. Dieser lag im Bereich der jetzigen Rosenau, wurde aber von einem fürchterlichen Hochwasser schwerstens beschädigt und nie wieder hergestellt. Zu Silvester 1949/1950 wurden die ersten konkreten Gespräche geführt, welche als Resultat die Gründung eines Komitees mit Alfred Janisch sen. als Vorstand, zur Folge hatte. Ziel dieses Komitees war es, in St.Veit eine Union ins Leben zu rufen.

Die Männer der ersten Stunde

Die Männer der ersten Stunde waren Alfred Janisch sen., Käferböck Karl, Sigl Franz, Hinterhofer Rudolf, Zach Willi, Ilgner Walter, Hinterhölzl Josef, Göttlicher Erwin, Eichmeier Josef, Auer Ernst, Seliger Felix, Köberl Franz, Sykora Ludwig. Schon am 27.12.1949 war der Landesobmann der Union NÖ, Herr Dir. Ullman, in St.Veit, um die Grundstücksverhandlungen mit der Pfarre und div. Grundstücksbesitzern bezüglich des Sportplatzbaus zu unterstützen. Die Verhandlungen mit der Pfarre verliefen positiv, Schwierigkeiten gab es mit den verschiedenen Grundeigentümern. Als endlich eine Einigung erzielt wurde, weckte man in der Nacht den Abt vom Stift Göttweig auf, um dieses Verhandlungsergebnis gleich zu verbriefen.

1950 | Die Gründung der UNION

Am 22.01.1950 fand die erste Jahreshauptversammlung statt, in der folgender Vorstand gewählt wurde: Obmann Janisch Alfred sen., Stellvertreter Göttlicher Erwin, Schriftführer Janisch Herma, Stellvertreter Eichmeier Josef, Kassawart Hinterhölzl Josef, Stellvertreter Käferböck Karl, Kulturwart Köberl Franz, Zeugwart Eichmeier Josef, Ltd. Fachwart Janisch Alfred, Stellvertreter Auer Ernst, Sektionsleiter Fußball Sykora Ludwig, Leichathletik Auer Ernst, Turnen Wolf Gustav, Vorturner Seliger Felix, Janisch Alfred, Manhart Herta, Friewald Gertraud, Janisch Herma, Motorsport Göttlicher Erwin.
Folgende monatlichen Mitgliedsbeiträge wurden festgelegt:
Erwachsene 1,- Schilling, Kinder 50 Groschen,
Unterstützende Mitglieder: Jahresbeitrag 12 Schilling

1950 wurde auch der Turnbetrieb im Kinosaal des Herrn Decker aufgenommen (später wurde als Turnlokal die ehemalige Baracke gewählt, die an der Stelle des jetzigen Cafes Margit (früher das Elektrogeschäft Reder) stand.
Staub, Kälte, wenig Licht …

Noch im November 1950 wurde von der Fa. Oberleitner & Schneider ein Kostenvoranschlag zur Errichtung einer Sprungschanze auf der „Wewerka Wiese“ eingeholt. Gesamtkosten: 13.360,- Schilling. Viele Sprungveranstaltungen wurden in den Folgejahren hier ausgetragen.

Mit einem schönen Programm wurde der erste Silvester 1950/1951 gefeiert (ähnlich sahen auch die nächsten Silvesterveranstaltungen aus).

1951

1951 nahm die Union St.Veit erstmals an den Union Bundeskampfspielen in Wien mit einer großen Mannschaft teil. Beim Fußballturnier reichte es für den 7. Platz.

1951 wurde mit dem Bau des Sportplatzes begonnen, der natürlich Arbeit und Sorgen verursachte. Anbei ein Auszug aus einem Protokoll einer Mitgliederversammlung:
Nach den einleitenden Begrüßungsworten durch den Obmann Herrn Alfred Janisch berichtet nun der Genannte über die, bis nun geleistete Arbeit auf unserem „Sorgenkind“ dem Sportplatz. Er muss feststellen, dass die vielen Versprechen über die fleißige Mitarbeit der Unionsmitglieder sehr wenig erfüllt wurden. Er weist darauf hin, dass, wenn sich die Mitglieder unseres Vereines nicht mehr und ehrlicher mit fleißiger Arbeit einsetzen, die Fertigstellung der Sportanlage an eine Baufirma vergeben werden müsste und dies nach seinen eingeholten Kostenvoranschlägen eine Belastung des Vereines in der Höhe von ca. 10.000,- Schilling ergeben würde. Da im Frühjahr 1952 mit der Eröffnung der Sportanlage gerechnet werden muss, ersucht Obmann Janisch nochmals um eine sportkameradschaftliche Zusammenarbeit aller Mitglieder.

Im Besitz der NÖ Landesregierung waren 3 Caterpillar, einer davon, und das war die große Sensation, wurde in St.Veit eingesetzt. Viele Neugierige verfolgten die Arbeit dieser „Wundermaschine“. Es waren damals sicher oft mehr Menschen anwesend, als heute bei einem Meisterschaftsspiel. Zu erwähnen ist auch, dass dieser einmal im tiefen Lehm versank und dann mühevollst geborgen werden musste.

1952 | Sportplatzeröffnung

Am Freitag, dem 15. August 1952 wurde der Sportplatz eröffnet. Einige der zahlreichen Aktivitäten waren unter anderem: Fußballturnier, Staffelläufe, Turnvorführungen (Olympiateilnehmerin Kreindl zeigte am Schwebebalken and am Boden ihre Künste). Die Lilienfelder Bezirkszeitung brachte einen umfangreichen Bericht über dieses Ereignis!

1953

1953 erlebte die Union ihre erste große Krise. Nur durch Spenden einiger Funktionäre (in erster Linie Janisch Alfred und Weissenböck Franz) konnte eine finanzielle Pleite abgewendet werden und somit der Sportbetrieb fortgesetzt werden. Tischtennisturniere, Schirennen, Fußball, Turnen, viele Heimabende, Tanzveranstaltungen, Sonnwendfeuer, gemeinsame Ausflüge waren die umfangreichen Aktivitäten unserer Union.

1955

Union Landes-Jugend-Schimeisterschaften in St.Veit
Bewerbe: Abfahrtslauf, Riesentorlauf und Spezial-Springen (man muss aber bedenken, dass es keinen Lift gab, in der heutigen Zeit unvorstellbar). Auch das Nenngeld von 3,- Schilling kann man sich kaum noch vorstellen.

1956

Spezialsprunglauf in St.Veit
Unsere Sprungschanze auf der „Wewerka Wiese“ war beliebter Treffpunkt der Jugend. Jedes Jahr wurden Sprungveranstaltungen organisiert. Weiten bis zu 36 Meter wurden erzielt. Unsere Asse damals waren Schwarz Walter, Regensburger Erich und Gruber Erwin.

Mitte der fünfziger Jahre begann die Serie der Schijörings, die weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt waren. Berichte darüber waren auch in der „Wochenschau“ zu sehen. Über 100 Kraftfahrzeuge waren am Start, das St.Veiter Schijöring zählt zu den Top-Events Niederösterreichs. Geschwindigkeiten von über 100 km/h wurden auf der Bahnhofsgeraden und im „Schlossergassel“, der heutigen Marktstraße erreicht. Allen Zusehern wird auch noch der begeisternde Platzsprecher Josef „Pepi“ Hinterhölzl in Erinnerung sein! Langjähriger Schneemangel machte dann diese Veranstaltung unmöglich. 1968 fand das letzte Schijöring statt.

1960

Die Tischtennismannschaft schaffte den Aufstieg in die Niederösterreichische Landesliga!

1964

Die Fußballmannschaft steigt erstmals in die 1. Klasse auf!

1966

Das Fehlen von Umkleidekabinen wurde immer öfter bekrittelt, daher entschloss man sich zu einem Neubau. Am 27.02.1966 wurde von der Gemeinde St.Veit die Bewilligung zum Bau von Umkleidekabinen, einer Kantine und einem Wohntrakt für den Platzwart erteilt. In vielen tausenden freiwilligen Arbeitsstunden wurde dieses Bauwerk errichtet, das vom Land NÖ, dem NÖFV und der Union NÖ gefördert wurde. In den Jahren 1968/69 wurde es fertig, vor allem zur Freude der Fußballspieler. Denn bis zu diesem Zeitpunkt musste man sich im Gasthaus Hinterhofer umziehen und sich entweder in der Gölsen oder im Hof des Gasthauses waschen, denn Duschen gab es keine! Als erster Platzwart bezog die Familie Moser Johann und Waltraud die Wohnung und betreute das Fußballareal vorbildlich. Dies stellt für den Fußballbetrieb eine große Erleichterung dar. Die Fußballdressen wurden nämlich bisher von der Fam. Weissenböck Franz und Finny gewaschen (in früheren Jahren auch von Frau Käferböck). Das Fußballfeld musste damals noch mit Sensen von freiwilligen Mitarbeitern gemäht werden.

1972

Abstieg der Fußballmannschaft aus der 1. Klasse

1973

Eröffnung der Hauptschule und somit Zugang zu zwei Turnsälen, die eine Ausweitung und Intensivierung des Sportbetriebes ermöglichen.

1974

OSR Dir. Janisch erhält aus den Händen von Präsident Dr. Finder das silberne Verdienstzeichen der Republik Österreich, es folgen noch viele Auszeichnungen für Verdienste um den Sport, u.a. Gold von der Union Bundesleitung!

1975 | 25 Jahre UNION

Abstieg der Tischtennismannschaft aus NÖ’s höchster Spielklasse. In diesem Jahr feiert die Union ihr 25 jähriges Bestandsjubiläum. Die Schinationalmannschaft kommt auf Initiative von Herrn Hans Bosch mit einer Fußballmannschaft nach St. Veit. Größen wie Hansi Hinterseer, Karl Cordin, Alfred Matt, als Gäste aus Deutschland Christian Neureuther und Max Riegler. Elfi Deufl nimmt den Ankick vor.

1977

Die St.Veiter Mädchen Susi Pöchhacker und Sissy Kaiblinger stellen gemeinsam mit zwei St.Pöltner Mädchen eine Österreichischen Jugendrekord in der 4x800m Staffel auf!

1979

Fertigstellung einer 120m Laufbahn, einer Weitsprung- und Kugelstoßanlage.

1980 | 1. UNION Zeltfest

Anlässlich des 30-jährigen Bestandsjubiläum organisiert die Union am Sportplatz ihr 1. Union Zeltfest, das bis heute in einem Zweijahresrhythmus veranstaltet wird.

Wechsel an der Obmannstelle:
Alfred Janisch jun., der bisher in verschiedensten Funktionen tätig war, löst nach 30-jähriger Tätigkeit seinen Vater OSR Alfred Janisch sen. ab.

1982

Eröffnung des Mehrzwecksportplatzes durch LH Liese Prokop und Ehrengast Abfahrtsweltmeister Harti Weirather

1986

Nach schwerer Krankheit stirbt unser Gründungsobmann OSR Dir. Janisch Alfred

1987

Wieder ein schwerer Verlust für die Union: Plötzlich und unerwartet stirbt unser Präsident und Gönner Fritz Perthold im 42. Lebensjahr.

1989

Die Union Leichathletikmädchen Elfriede und Elisabeth Hasler, Tanja Täuber, Dagmar Waczaunek, Yvonne Lux und Mayerhofer Birgit wurden Bundessieger beim Crosscountrybewerb der Schulen.

1991

Eröffnung und Segnung des neuerrichteten Stüberls und der Garagen.

1994-1996

Wiederaufstieg in die 1.Klasse unserer Fußballmannschaft

1995

Obmannwechsel – Alfred Janisch legt nach einigen Unstimmigkeiten die Funktion des Obmannes zurück, Rudolf Freilinger übernimmt dieses Amt.

1997

Durch den tragische Tod unseres Obmannes Rudolf Freilinger wurde die Obmannstelle frei, Dir. Alfred Janisch übernahm diese wieder.

Ein fürchterliches Hochwasser vernichtet unseren Mehrzweckplatz

2000 | 50 Jahre UNION

Riesenandrang herrschte im Festzelt bei unserer Jubiläumsveranstaltung mit den Zellberg-Buam Am 2. September gingen wir knapp an einer Katastrophe vorbei. 42 Mountainbiker wollten den Großglockner bezwingen. Bei der Anreise stürzte in Salzburg der Bus in einen Abgrund. Glücklicherweise gab es nur einige Leichtverletzte.